Kliniktasche packen Checkliste: gepackte Tasche steht bereit im hellen Flur

Kliniktasche packen: die Checkliste für Klinik und Geburtshaus

Beim Kliniktasche packen hilft eine Checkliste vor allem gegen einen Gedanken: dass du im entscheidenden Moment etwas Wichtiges vergisst. Die gute Nachricht vorweg: Fast alles lässt sich nachbringen. Wirklich unersetzlich sind nur die Dokumente, und die kommen deshalb ganz nach oben.

Diese Liste ist nach Situationen sortiert, nicht nach Kategorien. Du packst nicht „Kleidung“, sondern das, was du während der Wehen brauchst, das, was danach im Zimmer wichtig wird, und das, was dein Baby für die Heimfahrt anzieht. So merkst du auch schneller, was du getrost weglassen kannst.

Ab wann solltest du die Kliniktasche packen?

Pack die Kliniktasche zwischen der 34. und 36. Schwangerschaftswoche. Ab der 37. Woche gilt eine Geburt als am Termin, davor ist sie eine Frühgeburt, und genau in diesem Fenster willst du vorbereitet sein. Wer früher packt, verliert nichts, außer den Zugriff auf ein paar Kleidungsstücke.

Praktisch heißt das: Stell die fertige Tasche an einen Ort, den auch dein Partner findet, ohne dich fragen zu müssen. Der Flur ist besser als der Dachboden. Und leg einen Zettel obendrauf mit den Dingen, die erst im letzten Moment reinkommen, etwa Handy, Ladekabel und Kulturbeutel.

Eine Tasche oder besser zwei?

Zwei sind entspannter. In die erste kommt alles für die Geburt, sie geht mit in den Kreißsaal. Die zweite bleibt im Auto oder wird nachgebracht, sie enthält alles für die Tage auf der Wochenstation. Im Kreißsaal ist wenig Platz, und niemand sucht dort zwischen sieben Schlafanzügen nach dem Lippenbalsam.

Wenn du ambulant entbinden möchtest, reicht eine kleine Tasche. Trotzdem lohnt sich die zweite gepackt zuhause, denn ob du nach der Geburt bleiben willst oder musst, entscheidest du nicht am Schreibtisch.

Dokumente: das kommt zuerst rein

Kliniktasche packen Checkliste: Mutterpass und Dokumente liegen bereit auf der gepackten Tasche
  • Mutterpass, in Österreich der Mutter-Kind-Pass
  • Personalausweis oder Reisepass
  • Versichertenkarte, in der Schweiz die Karte deiner Krankenkasse
  • Familienstammbuch, Heiratsurkunde oder deine eigene Geburtsurkunde für die Anmeldung des Kindes
  • Bei unverheirateten Eltern: Vaterschaftsanerkennung und Sorgerechtserklärung
  • Allergiepass, Impfpass, Blutgruppenausweis, falls vorhanden
  • Ein Zettel mit den Telefonnummern von Hebamme, Kinderärztin und den zwei Menschen, die es zuerst erfahren sollen
  • Dein Geburtsplan, falls du einen geschrieben hast

Viele Kliniken bieten eine Vorab-Anmeldung an, meist zwischen der 30. und 36. Woche. Nutze sie. Dann sind deine Daten im System, und die Aufnahme dauert Minuten statt einer halben Stunde.

Für die Geburt selbst

  • Ein langes, weites T-Shirt oder ein bequemes Nachthemd, das vorne offen ist
  • Dicke Socken, weil viele Frauen unter der Geburt kalte Füße bekommen
  • Ein Haargummi und eine Bürste
  • Lippenbalsam, weil die Atemtechnik die Lippen austrocknet
  • Traubenzucker, Müsliriegel und eine Trinkflasche mit Sportverschluss
  • Ein leichter Bademantel und Badeschuhe für Dusche und Wanne
  • Deine Musik, ein Kopfhörer und ein Ladekabel mit langem Anschluss
  • Was dir Ruhe gibt: ein Duftöl, ein Foto, eine Kirschkernkissen

Du brauchst keine perfekte Ausstattung. Du brauchst drei Dinge, die dir vertraut sind, wenn alles andere gerade fremd ist.

Für die Tage danach auf der Station

  • Zwei bis drei Still-BHs oder weiche Bustiers ohne Bügel
  • Stilleinlagen und eine Brustwarzensalbe
  • Sehr hoch geschnittene Baumwollslips, die du danach nicht vermisst, oder Einmalslips
  • Wochenbetteinlagen, oft stellt die Klinik welche, frag vorher nach
  • Zwei bequeme Schlafanzüge oder Nachthemden mit Stillöffnung
  • Eine weite Jogginghose und zwei Oberteile für den Tag
  • Kulturbeutel, Handtücher, Duschgel ohne starken Duft
  • Snacks für die Nacht, denn die Klinikküche schläft
  • Ein Buch oder ein Hörbuch, realistisch betrachtet eher Letzteres

Was du erst danach brauchst und deshalb nicht mitschleppen musst: alles für die Rückbildung. Wann du damit anfängst und was in den ersten Wochen erlaubt ist, steht im Beitrag Wann mit der Rückbildung anfangen.

Für dein Baby

Kliniktasche packen Checkliste: Babykleidung und Mütze liegen für die Heimfahrt bereit

Auf der Station bekommst du in den meisten Kliniken Windeln, Bodys und Decken gestellt. Wirklich mitnehmen musst du das Outfit für die Heimfahrt und den Autositz.

  • Body, Strampler, Söckchen und eine dünne Mütze in Größe 56
  • Eine Jacke oder ein Overall, je nach Jahreszeit
  • Ein Wolldeckchen oder eine Fußsack für den Autositz
  • Babyschale, im Auto bereits montiert, nicht im Kofferraum
  • Zwei Mullwindeln, sie sind für alles zu gebrauchen

Ruf in deiner Klinik oder deinem Spital an und frag, was gestellt wird. Die Antworten unterscheiden sich stark, und du sparst dir damit eine halbe Tasche.

Was dein Partner einpacken sollte

  • Etwas zu essen und zu trinken für sich selbst, denn eine Geburt dauert oft länger als geplant
  • Bargeld und Kleingeld für Parkhaus und Automaten
  • Ein Wechselshirt und ein Handtuch, falls er duschen möchte
  • Ein eigenes Ladegerät
  • Die Telefonliste, damit du nach der Geburt nicht telefonieren musst

Kliniktasche für einen geplanten Kaiserschnitt

Bei einem geplanten Kaiserschnitt verschiebt sich die Liste. Was du unter der Geburt brauchst, entfällt fast vollständig, dafür bleibst du in der Regel länger auf der Station, meist drei bis fünf Tage. Pack also mehr für danach und weniger für den Kreißsaal.

  • Hochtaillierte Slips, die deutlich über der Narbe sitzen, keine Bikinischnitte
  • Weite Hosen mit lockerem Bund, nichts, was auf den Bauch drückt
  • Ein Stillkissen, es nimmt Gewicht von der Narbe, wenn dein Baby anliegt
  • Etwas gegen trockene Lippen und trockenen Mund, weil du vorher nüchtern bleibst
  • Kompressionsstrümpfe, wenn die Klinik sie nicht stellt, frag im Vorgespräch nach

Wenn dein Termin schon steht und du dich fragst, wie der Tag im Einzelnen abläuft, findest du das auf der Seite Kaiserschnitt Vorbereitung. Ausführlicher und mit Video begleitet dich der Online-Kurs zur Kaiserschnitt-Geburtsvorbereitung durch Vorgespräch, Operationssaal und die Tage danach. Wie es nach der Entlassung weitergeht, steht im Beitrag Rückbildung nach Kaiserschnitt.

Was du getrost weglassen kannst

Der häufigste Fehler ist nicht die vergessene Zahnbürste, sondern die zu volle Tasche. Diese Dinge kannst du zuhause lassen:

  • Schminke und Föhn. Beides steht in fast jedem Erfahrungsbericht als unbenutzt
  • Enge Jeans für die Heimfahrt. Dein Bauch braucht Wochen, plane die weite Hose ein
  • Ein ganzer Stapel Babykleidung, solange die Klinik welche stellt
  • Windeln und Feuchttücher in Großpackungen
  • Der Laptop. Er wird nicht aufgeklappt

Kleine Unterschiede in Deutschland, Österreich und der Schweiz

In der Schweiz heißt die Klinik meist Spital, und die Aufnahme läuft über deine Krankenkassenkarte. In Österreich nimmst du statt des Mutterpasses den Mutter-Kind-Pass mit, er ist zugleich Nachweis für die Untersuchungen. In allen drei Ländern gilt: Ruf vorher an und frag nach dem Anmeldeformular, dann hast du es ausgefüllt dabei.

Fahr nicht erst dann los, wenn die Tasche perfekt ist. Bei regelmäßigen, kräftiger werdenden Wehen, bei einem Blasensprung, bei Blutungen oder wenn du dein Kind deutlich weniger spürst, meldest du dich sofort in deiner Klinik oder bei deiner Hebamme. Alles Fehlende kann jemand nachbringen.

Vorbereitet ist mehr als gepackt

Eine volle Tasche nimmt dir die Sorge ums Material ab, nicht die Frage, was im Kreißsaal auf dich zukommt. Genau dafür ist ein Geburtsvorbereitungskurs da, und online kannst du damit auch in der 36. Woche noch anfangen.

Zum Geburtsvorbereitungskurs

Häufige Fragen zum Kliniktasche packen

Ab welcher Woche sollte die Kliniktasche gepackt sein?

Zwischen der 34. und 36. Schwangerschaftswoche. Ab der 37. Woche gilt eine Geburt als am Termin, deshalb willst du davor fertig sein. Stell die Tasche an einen Ort, den auch dein Partner ohne Nachfrage findet, und leg einen Zettel mit den letzten Dingen wie Handy und Ladekabel obenauf.

Was gehört in die Kliniktasche für die Geburt selbst?

Ein weites Nachthemd oder langes T-Shirt, dicke Socken, Haargummi, Lippenbalsam, Traubenzucker und eine Trinkflasche mit Sportverschluss. Dazu Bademantel und Badeschuhe für Dusche oder Wanne sowie Musik mit Kopfhörer. Alles Weitere gehört in eine zweite Tasche für die Station.

Welche Dokumente brauche ich in der Klinik?

Mutterpass, in Österreich der Mutter-Kind-Pass, dazu Ausweis und Versichertenkarte. Für die Anmeldung des Kindes brauchst du Familienstammbuch, Heiratsurkunde oder deine eigene Geburtsurkunde. Unverheiratete Eltern nehmen Vaterschaftsanerkennung und Sorgerechtserklärung mit.

Was ist bei einem geplanten Kaiserschnitt anders?

Du bleibst meist drei bis fünf Tage auf der Station, pack also mehr für danach. Wichtig sind hochtaillierte Slips über der Narbe, weite Hosen mit lockerem Bund und ein Stillkissen, das Gewicht von der Narbe nimmt. Was du unter der Geburt gebraucht hättest, entfällt.

Was stellt die Klinik und was muss ich mitbringen?

Windeln, Bodys, Decken und oft auch Wochenbetteinlagen werden in vielen Kliniken gestellt. Mitbringen musst du in jedem Fall das Heimfahrt-Outfit deines Babys in Größe 56 und die montierte Babyschale. Ruf vorher an, die Antworten unterscheiden sich von Haus zu Haus deutlich.

Annika Berger schreibt über Schwangerschaft und Geburt

Annika BergerIch bin zweifache Mama und betreibe seit einigen Jahren yoga-online-kurse.de. Nach meinen Geburten habe ich gemerkt, wie wenig darüber gesprochen wird, was danach eigentlich kommt. Hier schreibe ich über Schwangerschaft, Geburt und das Wochenbett, und über die Online-Kurse, die ich mir für diese Seite ansehe.

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